Ich habe selten ein Ziel verfolgt.
Ich vertraue dem, was sich richtig anfühlt.
In unserer zielorientierten Welt habe ich das oft als Fehler betrachtet.
Heute weiß ich: Da war immer etwas in mir, das mich geführt hat.
Und es hat mich an Orte gebracht, die mein Verstand nie hätte planen können.
Nach der Matura habe ich zuerst Mathematik studiert – weil ich gut darin war. Geige wollte ich nie studieren. Und dann bin ich der Barockgeige begegnet.
Ich habe meine zukünftige Lehrerin spielen gehört und wusste sofort: Das will ich auch.
Ich habe Barockgeige studiert, eine völlig andere Haltung erlernt und weitgehend unbekannte Musik nicht nur erforscht, sondern in hör- und fühlbare Schwingung übersetzt. Etwas, das sich radikal von allem unterscheidet, was man erwartet, wenn man Geige sagt.
Diese Radikalität – das Eigene zu suchen, nicht das Bequeme – zieht sich durch alles, was ich seither gemacht habe.
Vor meiner Diplomprüfung hat mich mein eigener Körper gestoppt. Massive Verspannungen, Schmerzen – das Spielen war kaum mehr möglich.
Ich habe durch alternative Körperarbeitsmethoden wieder zurückgefunden. Das war der Anfang meiner bewussten Begegnung mit dem Körper.
Danach habe ich Shiatsu gelernt, dann Craniosacralarbeit – und dabei immer dasselbe gesucht: nicht einfach eine Methode nach Schema F zu übernehmen, sondern mein eigenes Verständnis zu entwickeln, meinen eigenen Weg zu finden.
In der 1:1-Arbeit mit Menschen habe ich immer mehr erkannt:
Der Körper braucht keine Korrektur. Er braucht Raum.
Keine Verbesserung. Kein Fixing. Keine Technik.
Stattdessen: Da sein lassen. Den Körper das tun lassen, was er von alleine tun möchte.
Sich entwirren. Sich organisieren. Zurückfinden.
Faszien als Resonanzraum.
Nervensystem als Kommunikationswunder.
Atem als Rhythmus, nicht als Technik.
Quantenphysik. Neurowissenschaften.
Und Musik – immer Musik.
Alles hängt zusammen.
Alles schwingt.
Alles hat eine Intelligenz, der wir vertrauen können.
Dieser Überzeugung folge ich – in meiner Musik und in meiner Arbeit.